30 Jahre Caritas-Seniorenzentrum St. Georg

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Ein Haus, das Mindelheim zusammenhält.

Caritas‑Seniorenzentrum feiert Jubiläum: Gegründet auf der grünen Wiese, ist es heute fester Bestandteil des Stadtlebens und ein Beispiel für gelebte Caritas

Mindelheim, 29.04.2026 (pca). – Es wird still, als die Klänge der Mindelheimer Stadtmusikanten den Raum füllen. Der helle Raum mit Terrasse zum Teich, der sonst als Cafeteria dient, ist gut besetzt: Bewohnerinnen und Bewohner des Caritas‑Seniorenzentrums St. Georg, Mitarbeitende, Ehrenamtliche und viele Ehrengäste und Mindelheimer Wegbegleiterinnen sind gekommen, um gemeinsam zu feiern. Der Anlass ist nicht nur das Patrozinium des Namensgeber des Hauses, des Hl. Georg, sondern zugleich die Feier des 30-jährigen Bestehens. Man spürt, dass dieser Gottesdienst mehr ist als ein offizieller Auftakt. Er ist ein Moment des Innehaltens, des Dankes und der Verbundenheit.

„Seniorenarbeit ist die Visitenkarte einer Gesellschaft“

Den besonderen Geist in der Einrichtung St. Georg unterstrich der Augsburger Generalvikar Msgr. Dr. Wolfang Hacker, der als Vertreter des Bischofs gekommen war, in seiner Predigt. In dieser nahm er Bezug auf den Jesuiten Petrus Canisius. „Wir müssen Räume schaffen, wo die Botschaft Jesu spürbar wird. Die Caritas ist kein Elfenbeinturm, sondern hier in St. Georg wird spürbar, dass sie eine Einrichtung ist, die zum Wohl der Menschen geschaffen wurde.“ Dies sei besonders spürbar an der familiären Atmosphäre im Caritas-Seniorenzentrum und an der Aufmerksamkeit füreinander. Der Generalvikar zitierte Papst Leo XIV. mit dessen Aussage „Die Seniorenarbeit ist die Visitenkarte jeder menschlichen Gesellschaft“ und verband dies mit einem Lob für St. Georg. In der westlichen Gesellschaft würden Altwerden und das Alter in der Öffentlichkeit oft verdrängt. Umso schöner, wie in St. Georg mit den Menschen umgegangen werde. Das Durchschnittsalter der Bewohner liegt bei 91 Jahren und es leben aktuell fünf Menschen, die über 100 Jahre alt sind, unter dem Dach von St. Georg.

30 Jahrzehnte in Namen und Anekdoten

Nach dem Gottesdienst ging es zur offiziellen Feierstunde über.  CAB Altenpflege-Geschäftsführerin Birgitta Hofmann verknüpfte ihre Begrüßung der Ehrengäste aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Verbänden mit Anekdoten aus der 30-jährigen Geschichte des Hauses. Zu Beginn in Mindelheim nicht unumstritten, ist das Seniorenheim heute ein wichtiger Teil des Stadtzentrums und bietet 120 moderne Wohn- und Pflegeplätze, helle Zimmer, drei Wohngruppen und einen großen Frühlingsgarten mit Teichterrasse.

Diakon Markus Müller, Direktor des Caritasverbandes, hob die gesellschaftliche Bedeutung der Caritas für die Region hervor – mit über 30.000 hauptamtlichen Mitarbeitenden in Schwaben sei sie eine wichtige Stütze der Gesellschaft und für die Menschen da. In St. Georg zeige sich das besonders: „Entscheidend ist, dass jeder Mensch spürt: Ich bin hier willkommen.“ Dahinter stehe das gute Netzwerk der Caritas. Diakon Müller dankte besonders den Ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden, denn „Sie machen das Netzwerk aus“, das jeden Menschen mit seiner Würde stützt.

St. Georg - ein Name, der Programm ist

In 30 Jahren haben sich nicht nur die Räumlichkeiten weiterentwickelt, sondern auch die Art, wie Pflege verstanden wird. Der Heilige Georg, der Namenspatron des Hauses, steht für Mut und dafür, Herausforderungen anzupacken. Für die Mitarbeitenden ist er ein Symbol dafür, dass Pflege oft viel Kraft braucht – und dass man diese Aufgaben nur gemeinsam bewältigen kann. Die Mitarbeitenden begleiten die Bewohnerinnen und Bewohner im Alltag, hören zu, geben Halt und schaffen Momente, die den Tag leichter machen. Viele Mitarbeitende sind seit vielen Jahren im Haus – einige sogar seit der Eröffnung.

Einmal Caritas, immer Caritas

Für das gute Arbeitsklima spricht die lange Zugehörigkeit vieler Mitarbeitenden. Sie sagen es mit ihren Worten: „Einmal Caritas, immer Caritas.“ Geehrt wurden am Festtag 10 Jubilare für 10, 30 und 35 Jahre Mitarbeit – mit Urkunden, Ehrennadeln, Blumen und Geschenken. „Das Schöne ist, dass wir immer zusammenhalten und uns unterstützen, wenn es eng wird“, erzählt stolz eine Mitarbeiterin, die wie vier andere am Tisch seit 30 Jahren im Haus ist, eine Kollegin blickt sogar auf 35 Jahre zurück. Selbst nennt sich die Truppe der langjährigen Mitarbeitenden „der harte Kern“. 

CAB-Geschäftsführerin Birgitta Hofmann unterstreicht den Anspruch der Einrichtung:
„Wir sind nicht nur eine Pflegeeinrichtung. Wir sind ein Stück Zuhause – für die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für Angehörige und Ehrenamtliche.“ Sie bittet auch, die Nachricht weiterzugeben: „St. Georg kann wieder neue Bewohnerinnen und Bewohner aufnehmen, wir sind personell wieder gut ausgestattet. Es gibt freie Plätze.“

Ein wichtiger Teil des sozialen Netzes

St. Georg, gegründet quasi auf der „grünen Wiese“ am Stadtrand ist heute Teil des Stadtlebens und eng mit vielen Einrichtungen in Mindelheim und dem Unterallgäu vernetzt. Unter einem Dach im Seniorenzentrum arbeiten beispielsweise der Tafelladen, die Tagespflege, die KEB und ambulante Dienste. Die Cafeteria ist ein Treffpunkt für Familien, Ehrenamtliche und Besucher. So betonen Andreas Aigster, Geschäftsführer Caritas Memmingen-Unterallgäu und Marc Engstle, Geschäftsführer von „Der Ambulante“ in Bad Wörishofen beim Festakt, „wir teilen nicht nur den Raum hier in der Einrichtung, sondern auch den Geist und das Herz der Caritas.“ Einrichtungsleiter Markus Ditterich betonte ebenfalls das gute Zusammenwirken und freute sich über die wachsende Belegung. 

Das Seniorenzentrum St. Georg versteht sich längst nicht mehr nur als Pflegeeinrichtung, sondern als sozialer Ankerpunkt. Kooperationen mit Schulen, Vereinen und kirchlichen Gruppen haben das Haus über die Jahre eng mit dem öffentlichen Leben verknüpft. Für viele Familien in Mindelheim ist es ein Ort, an dem Angehörige gut aufgehoben sind – und an dem Begegnung stattfindet; beispielsweise in den Familiengottesdiensten, unterstrich der Mindelheimer Stadtpfarrer Daniel Rietzler. „Die Qualität von St. Georg zeigt sich in der Zeit, die man einander schenkt.“

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Die Herausforderungen der kommenden Jahre sind groß: Personalmangel, steigende Pflegebedarfe und die Integration internationaler Mitarbeitender. St. Georg setzt dabei auf gute Ausbildung, starke Zusammenarbeit und neue Ideen für das Wohnen im Alter.

„Wir wollen ein Ort bleiben, an dem Menschen gut leben können – egal, wie alt sie sind“, sagt Birgitta Hofmann. „Für uns zählt die Würde jedes einzelnen Bewohners. Unser Jubiläum zeigt: St. Georg ist ein Ort, der Mindelheim prägt – und der auch in Zukunft gebraucht wird.“

Foto: © CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH 

 

Gruppenfoto der vier Mitarbeiterinnen, die seit 30 Jahren im Dienst von St. Georg stehen
4 x 30 Jahre im Dienst der Caritas: Diözesan-Caritasdirektor Markus Müller, CAB-Altenhilfe-Geschäftsführerin Birgitta Hofmann und Einrichtungsleiter Markus Ditterich ehren beim Festakt vier Mitarbeiterinnen, die seit 30 Jahren im Dienst von St. Georg stehen
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